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Die besten asturischen Restaurants in Madrid: Echte Fabada und geschenkter Cidre

Autorenbild: Carmen
Carmen
vor 4 Stunden
7 Min. Lesezeit

Das kleine Asturien mitten in Madrid

Man muss nicht über die A-6 nach Norden fahren oder den Pajares-Pass überqueren, um asturische Küche zu erleben. Es reicht, die Tür einer traditionellen Sidrería in Madrid aufzustoßen: die Holztheke, der Duft von vergorenem Apfel und ein dampfender Teller Fabada versetzen einen sofort in den Norden Spaniens.

Seit den 1960er-Jahren zogen Tausende Asturier auf der Suche nach Arbeit in die Hauptstadt und brachten ihre Rezepte mit. Diese "asturische Kolonie" trägt bis heute Dutzende Familienrestaurants, in denen Cachopo, Fabada und von Hand ausgeschenkter Cidre mit derselben Sorgfalt serviert werden wie in Oviedo oder Gijón.


Dieser Guide zeigt, wo man in Madrid wirklich gut asturisch isst: geprüfte Lokale mit echter Adresse, echter Geschichte und dem Gericht, das sie jeweils am besten beherrschen — damit du genau weißt, wohin du gehst und was du bestellen solltest.

📌 Wissenswertes: Im Dezember 2024 erklärte die UNESCO die asturische Cidre-Kultur zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit — gewürdigt wurde nicht nur das Getränk selbst, sondern das gesamte soziale Ritual drumherum.

Das hier ist keine generische "Top 10"-Liste aus einem Ranking-Algorithmus, sondern eine handverlesene Auswahl an Lokalen mit dem nötigen Kontext, damit du weißt, was dich erwartet.

Asturien liegt an Spaniens Nordküste, eingeklemmt zwischen dem Kantabrischen Meer und den Picos de Europa — eine grüne, regenreiche Region, die kaum unterschiedlicher zur trockenen Hochebene Madrids sein könnte. Genau dieser Kontrast erklärt, warum die deftige, wärmende Küche hier so gut ankommt: Gerichte für kalte, feuchte Winter schmecken auch an einem kühlen Madrider Abend hervorragend.


In Madrid selbst hat sich rund um diese Lokale längst eine eigene kleine Szene etabliert: asturische Vereine, Feinkostläden mit importierten Käsesorten und sogar ein eigener Gastronomietag zu Ehren Asturiens sorgen dafür, dass die Verbindung zwischen beiden Regionen lebendig bleibt, weit über die Restaurants selbst hinaus.


Fabada: der Eintopf, der keine Abkürzungen verzeiht

Bei der Fabada entscheidet vor allem die Bohne. Es muss die Faba de La Granja sein, dünnschalig und buttrig-weich, langsam gegart mit dem Compango: Chorizo, Morcilla (Blutwurst) und Schweineschulter. Wer es richtig machen will, verzichtet auf Schnellkochtopf und Eile.

In Malasaña verteidigt Casa Hortensia seit Jahrzehnten eine der preisgekröntesten Fabadas Madrids, zubereitet von Köchin Adela Besteiro. Das Lokal gilt fast als Pflichtstopp auf jeder asturischen Gastro-Tour durch die Hauptstadt, und zum Abschluss gibt es oft ein asturisches Tortilla-Omelett sowie einen Milchreis, den viele Madrilenen für den besten der Stadt halten.


In Tetuán serviert La Guisandera de Piñera unter Küchenchef Pedro Martino eine Referenz-Fabada, dazu asturische Kutteln und Verdinas mit Meeresfrüchten — eine feinere, grünliche Bohnensorte, die anstelle der klassischen Faba verwendet wird.

💡 Lokaler Tipp: Bitte immer darum, das Compango separat serviert zu bekommen, wenn du selbst bestimmen willst, wie viel Chorizo und Morcilla in deinen Teller kommen — in den traditionelleren Sidrerías ist das durchaus üblich.

In der Casa Lastra Sidrería, einem weiteren asturischen Klassiker in Madrid, steht die Fabada neben dem Pote Asturiano (einer Variante mit Wirsing statt reiner Bohnen) sowie weniger bekannten Gerichten wie Seehecht in Cidre-Sauce oder geschmortem Rebhuhn auf der Karte. Hier ändert sich die Speisekarte kaum von einem Jahrzehnt zum nächsten — in der traditionellen Küche ein gutes Zeichen.

Die Bohne selbst stammt übrigens gar nicht ursprünglich aus Asturien: Wie die meisten in Spanien verzehrten Hülsenfrüchte kam sie nach 1492 aus Amerika und passte sich so gut an die feuchten Täler der Region an, dass sie zu deren kulinarischem Wahrzeichen wurde. Die Faba Asturiana trägt heute eine eigene geschützte geografische Angabe, die garantiert, dass die Bohnen auf deinem Teller in Madrid tatsächlich aus diesen Tälern stammen. Wer deftige regionale Eintöpfe mag, findet in unserem Beitrag über den Cocido Madrileño eine passende Ergänzung — Madrids eigene Antwort auf den Eintopf-Klassiker.


Die Fabada war nie als leichtes Gericht gedacht. Sie sollte Bergleute und Hafenarbeiter durch lange Schichten bei Kälte und Feuchtigkeit bringen, was die großzügigen Portionen und den kräftig-rauchigen Geschmack des Compango erklärt. Sie an einem Wochentag-Mittag in Madrid zu bestellen, ohne unmittelbar danach Termine zu haben, ist die ehrlichste Art, sie zu genießen.


Cachopo und Käse: das andere große Kapitel

Wenn die Fabada das ultimate Löffelgericht ist, dann ist der Cachopo das jüngste und meistgeteilte Phänomen der asturischen Küche in Madrid. Zwei mit Schinken und Käse gefüllte Kalbsschnitzel, paniert und frittiert — in Varianten von normaler Tellergröße bis zu fast einem Meter Länge, gedacht zum Teilen.

Der Cachopo hat sogar ein recht genaues Geburtsdatum: Er wird der Köchin Olvido Álvarez in der Bar Pelayo in Oviedo zugeschrieben, in den 1940er-Jahren, inspiriert vom Cordon Bleu und dem spanischen San Jacobo, mit einer Füllung aus Schinken, Käse und Spargel. Seither verteidigt jedes Lokal seine eigene Version der Füllung, von der klassischen Kombination bis zu Varianten mit Pixín (Seeteufel) oder geräuchertem Käse.


Hermanos Ordás im Stadtteil Guindalera (Salamanca) öffnete bereits 1959 und gilt bis heute als Referenz: Sein Cachopo wurde 2016 bei einem Wettbewerb als einer der besten Madrids ausgezeichnet, dazu gibt es Schnitzel in Cabrales-Sauce und Seehecht in Cidre.

In der Nähe des Retiro-Parks, in der Calle Menorca, setzt Couzapín auf eine modernere Interpretation der asturischen Küche: Neben dem klassischen Cachopo serviert man hier ein Risotto mit asturischen Käsesorten und Cabrales-Kroketten — zwei Gerichte, die zeigen, wie weit sich die Tradition dehnen lässt, ohne ihren Charakter zu verlieren.


📌 Wissenswertes: Der Käse Cabrales, seit 1981 mit geschützter Ursprungsbezeichnung, reift zwei bis vier Monate in natürlichen Höhlen der Picos de Europa, wo die Luftfeuchtigkeit bei rund 90% und die Temperatur zwischen 8 und 12°C liegt — genau die Bedingungen, die der Edelschimmel für seine blauen Adern braucht.

Neben dem Cachopo lohnt sich unbedingt Platz für asturische Käsesorten pur, mit etwas Quittenpaste oder Walnüssen. Cabrales, Afuega'l Pitu und Gamonéu bieten Kontraste, die man außerhalb spezialisierter Sidrerías selten findet, und manche Lokale — auch Couzapín — bauen mittlerweile ganze Fusionsgerichte darauf auf, ohne den Charakter zu verlieren.

Die Kombination aus deftigem Cachopo und intensivem Blauschimmelkäse erklärt, warum diese Lokale meist empfehlen, den Tisch zu teilen und mehrere Gerichte gemeinsam zu bestellen — im Geiste eines langen nordspanischen Beisammenseins statt eines schnellen Mittagessens.


Escanciar: warum der Cidre aus großer Höhe eingeschenkt wird

Nichts fängt die asturische Kultur besser ein als der Anblick eines Kellners, der die Flasche über den Kopf hebt und einen dünnen Strahl in ein Glas fallen lässt, das er in Hüfthöhe hält. Diese Technik, Escanciar genannt, ist keine reine Show: Der Aufprall des Strahls auf das Glas belüftet den Cidre und setzt die natürliche Kohlensäure aus der Gärung frei — etwas, das dieses Getränk, anders als Cava oder Bier, nicht von Natur aus mitbringt.

Die asturische Flasche hat sogar eine charakteristische Form, "pierna de dama" (Frauenbein) genannt, mit einem geschwungenen Hals, der hilft, die Geschwindigkeit des Strahls zu kontrollieren. Diese Krümmung ist kein Designelement, sondern erlaubt dem Einschenker, die Wucht des Aufpralls präzise zu dosieren. In vielen Sidrerías gehört das Einschenken sogar zur kleinen Show am Tisch: Gäste applaudieren, wenn ein besonders hoher, sauberer Wurf gelingt, und lachen mit, wenn ein Anfänger sich am eigenen Hemd bekleckert.


Das Ergebnis trinkt man in einem Zug, im sogenannten Culín: einer kleinen Portion, gedacht, bevor die Kohlensäure verfliegt. Deshalb wird das Glas in einer Sidrería nie randvoll gefüllt, und es ist üblich, den kleinen Rest am Boden auszuschütten, bevor neu eingeschenkt wird.

Casa Mingo, direkt neben dem Templo de Debod und dem Fluss Manzanares, öffnete 1888 und läuft bis heute fast genauso wie damals: Brathähnchen, Salat und natürlicher Cidre, mit dem Escanciar als Teil des Erlebnisses. Es ist wohl die meistfotografierte asturische Adresse Madrids und zugleich die älteste — ein seltener Fall eines Restaurants, das drei verschiedene Jahrhunderte überdauert hat, ohne seine Kernkarte zu ändern.


💡 Lokaler Tipp: Wenn dir das Selbst-Einschenken zu heikel ist, kein Problem — in den meisten dieser Sidrerías übernimmt das der Kellner bei jeder Runde. Wer es dennoch versuchen möchte: Glas tief halten, etwa auf Kniehöhe, und leicht kippen, damit der Strahl an der Glaswand aufschlägt, nicht am Boden.

In Cuatro Caminos verbindet die Sidrería Balmori — an der Ecke Bravo Murillo/Maudes — das traditionelle Einschenken mit Kartoffeln in Cabrales-Sauce, Chorizo in Cidre und Rinderlende vom heißen Stein, in einem lauten, urig-castizo Ambiente, das jedes Wochenende voll ist. Das Culín-Ritual hat einen nahen Verwandten in einer anderen typisch Madrider Tradition: Wer kurze Barrunden mag, sollte auch unsere Route zur Wermut-Stunde in Madrid lesen — ein weiterer Sonntagsklassiker, der mehr mit diesem Ritual gemeinsam hat, als man zunächst denkt.

In Lavapiés funktioniert die Casa de Asturias, seit 1999 geöffnet, gleichzeitig als Restaurant, Cocktailbar und Sidrería, mit Fabada, Waldpilzen mit Cabrales und geschnittenem Churrasco, in einem unprätentiösen Viertel-Ambiente, weit abseits der Touristenrouten.


Lokal

Viertel

Spezialität

Atmosphäre

Casa Hortensia

Malasaña

Preisgekrönte Fabada

Klassisch, familiär

Hermanos Ordás

Guindalera (Salamanca)

Cachopo seit 1959

Traditionell

Couzapín

Retiro (Calle Menorca)

Moderne asturische Küche

Zeitgemäß

Casa Mingo

Am Manzanares

Brathähnchen & Cidre seit 1888

Historische Sidrería

Sidrería Balmori

Cuatro Caminos

Chorizo in Cidre

Lebhaft, castizo

Casa de Asturias

Lavapiés

Fabada & Churrasco

Viertel, bodenständig


Deine eigene asturische Route durch Madrid planen

Mit diesen sechs Lokalen, verteilt auf Malasaña, Salamanca, Retiro, Cuatro Caminos, Lavapiés und das Manzanares-Ufer, muss man sich nicht auf ein einziges Viertel beschränken — die asturische Küche in Madrid ist über die ganze Stadt verstreut, und genau das macht die Erkundung so unterhaltsam.

Ein paar praktische Hinweise vorab:


  • Reserviere am Wochenende im Voraus, besonders bei Casa Mingo und Hermanos Ordás, wo Warteschlangen üblich sind.

  • Teile die Gerichte: Sowohl Cachopo als auch Fabada sind zum Teilen gedacht, nicht für eine Einzelportion.

  • Bestelle einen Culín, kein volles Glas: So trinkt man Cidre richtig, und so bleibt die Kohlensäure erhalten.

  • Frag nach dem Hauskäse: Nicht jedes Lokal serviert Cabrales — manche arbeiten mit Afuega'l Pitu oder Gamonéu, ebenso interessant.

  • Lass Platz für den Nachtisch: Cremiger Milchreis und asturische Filloas runden ein derart deftiges Menü gut ab.

  • Geh nach Möglichkeit unter der Woche: Die beliebtesten Lokale, etwa Casa Mingo oder Hermanos Ordás, sind am Wochenende mittags besonders voll.

Preislich liegt eine vollständige Mahlzeit mit Fabada oder Cachopo, Cidre und Nachtisch in den meisten dieser Lokale zwischen 25 und 40 Euro pro Person — ein Bruchteil dessen, was eine Reise nach Asturien selbst kosten würde, wenn auch ohne die grünen Berglandschaften der Picos de Europa im Hintergrund.



Viele dieser Lokale, darunter El Ñeru mitten im historischen Zentrum, liegen in derselben Straße wie die jahrhundertealten Tavernen Madrids, die wir bereits vorgestellt haben — beide Routen lassen sich problemlos an einem Nachmittag kombinieren. Und wenn du zum ersten Mal Madrids Barkultur erkundest, gibt dir unser ultimativer Guide zu Tapas-Touren den nötigen Kontext, bevor es losgeht.


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