Jahrhundertealte Tavernen in Madrid: Eine historische Tapas-Route durch das Madrid der Habsburger
- Carmen
- vor 4 Stunden
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Wer die Schwelle einer jahrhundertealten Taverne in Madrid überschreitet, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Zwischen Wänden, die mit kunstvollen Fliesen aus Talavera verziert sind, polierten Zinntheken, glänzenden Messingzapfhähnen und Holzregalen voller alter Weinflaschen wurde die tägliche, politische und literarische Geschichte Spaniens geschrieben. Das historische Zentrum (Madrid de los Austrias) und seine umliegenden Viertel beherbergen wahre architektonische und gastronomische Schätze, die Kriege, städtebauliche Veränderungen und Modetrends überstanden haben und das heilige Ritual des gemeinsamen Weintrinkens und guten Essens bewahren.
Diese Tavernen sind keine staubigen Museen; es sind lebendige Räume, in denen Sie sofort der Duft von Kutteln nach Madrider Art (callos a la madrileña), frittiertem Kabeljau und süßem Wermut vom Fass umhüllt. Um Madrid wirklich zu verstehen, muss man sich auf dieser Route verlieren, die sowohl den Körper als auch das kollektive Gedächtnis der Stadt nährt.
Der Charme des Habsburger Madrids und sein Tavernen-Erbe
Das mittelalterliche und renaissancezeitliche Stadtbild des Zentrums begünstigte die Entstehung dieser Lokale, die ursprünglich als Weinausschank für Fuhrleute und die arbeitende Bevölkerung dienten. Im Laufe der Zeit wurden sie zum Zufluchtsort für Intellektuelle, Stierkämpfer, Künstler und namhafte Politiker. Heute setzt sich die renommierte Asociación de Restaurantes y Tabernas Centenarios de Madrid mit viel Herzblut für den Schutz und die Verbreitung dieses wertvollen historischen und kulturellen Erbes ein.
Drei historische Tempel traditioneller Tapas
Machen Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang durch die Altstadt unbedingt Halt in diesen drei unverzichtbaren Lokalen:
Casa Alberto (Gegründet 1827): Diese Taverne befindet sich in der lebhaften Calle de las Huertas, genau in dem Gebäude, in dem Miguel de Cervantes lebte und einige seiner unsterblichen Werke verfasste. Die rote Außenfassade und die wunderschön geschnitzte Holztheke im Inneren sind legendär. Hier gehört es zum guten Ton, einen Wermut vom Fass zu bestellen, der zusammen mit cremigen Schinkenkroketten, Schnecken nach Madrider Art oder dem fantastisch geschmorten Ochsenschwanz serviert wird. Erfahren Sie mehr über die Geschichte auf der Website von Casa Alberto.
La Bodega de la Ardosa (Gegründet 1892): Obwohl diese traditionsreiche Bodega streng genommen an das Viertel Malasaña grenzt, ist sie wegen ihrer unglaublichen historischen Atmosphäre ein absolutes Muss. Hinter der Zinntheke wird eine der besten Tortillas de Patatas in ganz Madrid serviert (wunderbar saftig), dazu gegrillte Artischocken mit Meersalz und erstklassiges getrocknetes Rindfleisch (cecina de León). Planen Sie Ihren Besuch unter La Bodega de la Ardosa.
Casa Labra (Gegründet 1860): Nur wenige Schritte von der Puerta del Sol entfernt liegt diese Taverne, die als Gründungsort der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) im Jahr 1879 bekannt ist. Ihr kulinarischer Weltruf beruht jedoch auf einer unschlagbaren Spezialität: den frittierten Kabeljaufilets (tajadas de bacalao), die außen wunderbar knusprig und innen saftig sind, sowie den köstlichen Kabeljaukroketten.
Tipps für die Tavernen-Route
Um diese Route wie ein echter Madrider zu erleben, trinken Sie am besten im Stehen direkt an der Theke, teilen Sie den gemütlichen Raum freundschaftlich mit anderen Gästen und scheuen Sie sich nicht, ein Gespräch mit den Wirten zu beginnen. Sie sind die Hüter der faszinierendsten Anekdoten der Stadt.





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