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Von Mayrit zum Habsburger Madrid: Ein Spaziergang durch die verborgene mittelalterliche Geschichte

Autorenbild: Carmen
Carmen
23. Aug.
11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Sept.

Historischer Stadtkern mit alten Steinfassaden

Einführung

Madrid wurde nicht als Hauptstadt geboren. Es begann als kleine, fast unscheinbare Festung, errichtet auf einer Anhöhe über dem Fluss Manzanares, um eine umkämpfte Grenze zu überwachen.

Unter den barocken Fassaden des Habsburger Madrid — jenem Gewirr enger Gassen zwischen der Plaza Mayor und der Almudena-Kathedrale — liegt eine andere, weit ältere Stadt: das arabische Mayrit des 9. Jahrhunderts.


Diese Route verbindet zwei Madrids, die fast nie zusammen erzählt werden: die andalusische Festung Mayrit mit ihrer Mauer aus Feuerstein und Kalkstein, und das Madrid, das Philipp II. 1561 zur Hauptstadt eines Weltreichs machte. Dazwischen liegen siebenhundert Jahre Geschichte, die sich in etwas mehr als zwei Stunden zu Fuß erkunden lassen.

Man braucht keine besondere Vorstellungskraft, um durch dieses Madrid in der Zeit zu reisen: Man muss nur wissen, wohin man schauen soll. Eine Straße, die spürbar tiefer liegt als ihre Umgebung, ein Backsteinturm, der zwischen den Dächern hervorragt, ein Mauerstück, das am Ende einer Treppe plötzlich auftaucht.


Dieser Spaziergang eignet sich für fast jeden mit ein paar freien Stunden im Zentrum Madrids: Geschichtsinteressierte finden an jeder Station verifizierte Daten und Quellen, Erstbesucher bekommen eine einfache, selbstgeführte Route durch den stimmungsvollsten Teil der Altstadt, und Fotografen finden einige der strukturreichsten Steinflächen der Stadt — ganz ohne die Menschenmassen des Königspalasts oder der Plaza Mayor zu Stoßzeiten.


Station

Epoche

Gehzeit

Cava Baja und Cava Alta

Christliche Stadtmauer, 12. Jh.

Vorgeschlagener Startpunkt

Park Emir Mohamed I (arabische Mauer)

9. Jahrhundert

Plaza de la Villa (Torre de los Lujanes)

15. Jahrhundert

~15 Min. vom Park

San Nicolás de los Servitas

12. Jahrhundert

<10 Min. vom Platz

Plaza Mayor und alter Alcázar (heute Königspalast)

1561–1619

Arco de Cuchilleros

Wiederaufgebaut 1790

Endpunkt

Route auf einen Blick

  • Dauer: zwischen 2 und 3 Stunden, gemütlich gegangen.

  • Gebiet: die gesamte Tour liegt innerhalb des heutigen Bezirks Centro, zwischen der Almudena-Kathedrale und der Plaza Mayor.

  • Verkehrsmittel: an keiner Stelle werden öffentliche Verkehrsmittel benötigt.

  • Beste Zeit: früher Morgen oder ein Sommerabend, wenn das Licht dem goldenen Mauerstein und den rötlichen Backsteinfassaden der Habsburger-Ära am meisten schmeichelt.

  • Kombinieren mit: an einem Sonntagvormittag lässt sich das Ende der Route natürlich mit dem Flohmarkt El Rastro verbinden.


Anreise und Packliste

  • Metro: die Stationen Ópera, La Latina und Sol liegen alle nur wenige Gehminuten von jeder Station dieser Route entfernt.

  • Schuhwerk: bequem und mit gutem Halt — es gibt Kopfsteinpflaster und Steigungen, besonders rund um die Cava Baja und die Cava Alta.

  • Wasser: besonders im Sommer, da ein Großteil der Route durch enge Gassen mit wenig Schatten führt.

  • Kamera oder Handy mit voller Akkuladung: das streifende Licht am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang bringt die Struktur der arabischen Mauer am besten zur Geltung.

  • Sonnenschutz: mehrere Abschnitte, besonders rund um die Plaza Mayor und die Cavas, bieten im Sommer zur Mittagszeit wenig Schatten.


Mayrit: Die arabische Festung, aus der Madrid entstand (9. Jahrhundert)

Der Name Madrids leitet sich von Mayrit ab (manchmal als Maŷrīṭ transkribiert), einem Wort, das sich vermutlich auf die reichlich vorhandenen unterirdischen Wasserläufe der Gegend bezog. Über die mozarabische Zwischenform Magerit, die in mittelalterlichen Texten belegt ist, entwickelte sich der Name über Jahrhunderte hinweg lautlich zum heutigen "Madrid".

Gegründet wurde die Siedlung vom Omajjaden-Emir Muhammad I. von Córdoba zwischen 856 und 865 — nicht als Stadt, die wachsen sollte, sondern als Grenzbefestigung innerhalb der sogenannten Mittleren Mark, der Verteidigungslinie, die das Kalifat von den christlichen Königreichen im Norden trennte.


Der arabische Chronist al-Himyari beschrieb sie als "eine kleine Stadt und eine gut verteidigte Festung" mit einer Freitagsmoschee, in der regelmäßig gepredigt wurde.

Die ursprüngliche befestigte Siedlung umfasste kaum vier Hektar — eine Fläche, die man heute in wenigen Minuten zu Fuß durchqueren könnte — und hatte die Form eines unregelmäßigen Vierecks. Ein Vorsprung, natürlich geschützt durch den steilen Abhang zum Manzanares und mehrere Bäche, darunter einer, der noch heute unterirdisch unter der heutigen Calle Segovia verläuft.


Von dieser kleinen Alcázar aus kontrollierte die andalusische Garnison die Pässe der Sierra de Guadarrama und beobachtete die Bewegungen christlicher Truppen, die im Laufe der folgenden Jahrhunderte mit wachsender Kraft nach Süden drängen würden.

Wissenswertes: Als Toledo 1085 in die Hände Alfons VI. fiel, war Mayrit bereits seit zwei Jahren (seit 1083) in christlicher Hand. Die mudéjar-Bevölkerung — Muslime, die nach der christlichen Eroberung unter eigenem Rechtsstatus in der Stadt blieben — lebte noch jahrhundertelang im Viertel rund um die heutige Calle Mayor und die Morería. Es waren gerade mudéjar-Handwerker, die einen Großteil der religiösen und zivilen Architektur des Madrid des 12. und 13. Jahrhunderts errichteten, einschließlich des Turms von San Nicolás de los Servitas, den wir später besuchen.

Mayrit war nie eine große islamische Metropole im Rang von Toledo oder Córdoba, und genau deshalb fällt es heute so schwer, sie sich vorzustellen: Sie hinterließ keine großen Monumente, sondern ein Stadtgefüge. Die krummen, engen Gassen des heutigen Austrias-Viertels folgen größtenteils noch dem organischen Grundriss jener arabischen Almedina.


Cava Baja und Cava Alta: Ein Spaziergang über den alten Burggraben

Kaum eine Straße Madrids verrät ihren mittelalterlichen Ursprung so buchstäblich wie die Cava Baja und die Cava Alta, heute das Epizentrum des sonntäglichen Tapeo in La Latina.

Das Wort "cava" hat nichts mit Wein zu tun, sondern bezeichnete im Altkastilischen genau einen Verteidigungsgraben. Diese beiden Straßen folgen mit bemerkenswerter Treue dem Verlauf des Grabens, der einst parallel zur christlichen Stadtmauer des 12. Jahrhunderts lag.


Ein Spaziergang durch die Cava Baja, vorbei an jahrhundertealten Bars wie Casa Lucas oder Txirimiri, täuscht: Die Straße wirkt völlig eben, liegt aber tatsächlich mehrere Meter unterhalb des Niveaus der Calle Toledo oder der Plaza de la Villa. Dieser Höhenunterschied lässt sich noch deutlich spüren, wenn man eine der Gassen hinaufgeht, die die Cava Baja mit der Calle Segovia verbinden: Es sind echte Rampen, und das nicht zufällig.

Die Cava Alta, ihre südliche Fortsetzung, vollendet den Verlauf jenes Grabens bis zur Puerta de Moros — wörtlich "Tor der Mauren" — ein weiterer Ortsname, der die einstige Verteidigungsfunktion der Gegend verrät.

Tipp vor Ort: Ein guter Orientierungspunkt, um das Gefälle in Ruhe zu betrachten, ist die Kreuzung Cava Baja/Calle del Almendro, wo man noch deutlich erkennt, wie das Gelände Richtung des einstigen Grabenbodens abfällt, während querlaufende Gassen wie die Calle del Nuncio oder die Costanilla de San Andrés steil zur ursprünglichen Mauerlinie hinaufführen.

Wer die beiden Straßen zum ersten Mal besucht, tut gut daran, bewusst in beide Richtungen zu gehen: einmal den Graben entlang, von der Plaza del Humilladero bis zur Puerta de Moros, und einmal quer dazu, hinauf Richtung Calle Segovia. So lässt sich die Verteidigungstopografie des mittelalterlichen Madrid buchstäblich in den Beinen spüren.

Nur wenige Gehminuten entfernt, bereits außerhalb der ursprünglichen Stadtmauer, findet seit dem 15. Jahrhundert der sonntägliche Flohmarkt statt, den wir heute als El Rastro von Madrid kennen — ideal, um diese Route an einem Sonntagvormittag zu kombinieren.


Der Park Emir Mohamed I: Die arabische Mauer zum Anfassen

Wenn es einen Ort in Madrid gibt, an dem die islamische Vergangenheit aufhört, eine Abstraktion zu sein, und zu greifbarem Stein wird, dann ist es der Park Emir Mohamed I, direkt an der Cuesta de la Vega und nur eine Minute zu Fuß von der Almudena-Kathedrale entfernt.

Hier ist das längste und am besten dokumentierte Teilstück der ursprünglichen arabischen Mauer erhalten: rund 120 Meter lang, etwa 2,60 Meter dick, mit an manchen Stellen noch erhaltenen Höhen zwischen 4 und 7 Metern, unterbrochen von mehreren massiven quadratischen Türmen.

Der Bau kombiniert Feuersteinquader im unteren Bereich mit Reihen aus weißem Kalkstein in den oberen Lagen, alles mit Kalkmörtel verbunden — eine für das 9. Jahrhundert typische Bautechnik. Historiker dokumentieren mindestens drei Tore in der ursprünglichen Ummauerung: die Puerta de la Sagra, die Puerta de la Almudena und die Puerta de la Vega, das wichtigste der drei.


Wissenswertes: Dieses Mauerstück war nicht immer sichtbar: Es blieb jahrhundertelang verborgen und teilweise verschüttet, bis die Forscher Jaime Oliver Asín und Leopoldo Torres Balbás es 1953 wiederentdeckten und wissenschaftlich dokumentierten — ein Fund, der das akademische Verständnis der Stadtursprünge grundlegend veränderte.

Seither ist der Abschnitt geschützt und unter freiem Himmel zugänglich gemacht, eingebettet in einen ruhigen Park, den nur sehr wenige Touristen — und auch nicht viele Madrilenen — gezielt besuchen. Es lohnt sich, näher zu treten und den Stein zu berühren: Es sind buchstäblich Madrids ursprüngliche Fundamente, mehr als 1.150 Jahre alt.

Ein zweites Fragment, rund 70 Meter lang und aus dem nordwestlichen Teil der Mauer stammend, wird heute auf zwei Räume verteilt in der Galería de las Colecciones Reales gezeigt, getrennt wegen der Schäden, die es während der Bauarbeiten an der Almudena-Kathedrale erlitt.


Praktische Infos: Park Emir Mohamed I

  • Lage: Cuesta de la Vega, direkt an der Almudena-Kathedrale.

  • Preis: freier Eintritt, keine Reservierung nötig.

  • Öffnungszeiten: Park unter freiem Himmel, tagsüber zugänglich.

  • Beste Zeit für Fotos: früher Morgen, bevor die Reisegruppen auf dem Weg zum Königspalast vorbeiziehen und das flache Licht über das Mauerwerk streift.


Der Torre de los Lujanes und die Plaza de la Villa: Das mittelalterliche Madrid

Nur etwa fünfzehn Gehminuten vom Park Emir Mohamed I entfernt vereint die Plaza de la Villa auf kleinstem Raum drei Jahrhunderte Madrider Zivilarchitektur.

Das älteste erhaltene nicht-religiöse Gebäude der Stadt ist der Torre de los Lujanes aus dem 15. Jahrhundert: ein gotisch-mudéjarer Bau mit schlichter Steinfassade, gekrönt von einem Backsteinturm mit Spitzbögen, der einer der einflussreichsten Adelsfamilien des spätmittelalterlichen Madrid gehörte.


Wissenswertes: Eine Legende — ohne solide dokumentarische Grundlage, aber seit Jahrhunderten wiederholt — besagt, dass König Franz I. von Frankreich nach seiner Gefangennahme in der Schlacht von Pavia 1525 kurzzeitig in den Verliesen des Turms gefangen gehalten wurde, bevor man ihn andernorts unterbrachte.

Direkt gegenüber spricht die Casa de Cisneros bereits die Sprache der spanischen Renaissance: Ihre plateresk verzierte Fassade, im 16. Jahrhundert in Auftrag gegeben, kontrastiert bewusst mit der mittelalterlichen Strenge des Torre de los Lujanes. Vervollständigt wird das Ensemble durch die Casa de la Villa, das ehemalige Madrider Rathaus, im 17. Jahrhundert nach Plänen von Juan Gómez de Mora errichtet — demselben Architekten, der für einen Großteil der Plaza Mayor verantwortlich war.


Heute sind die Casa und der Torre de los Lujanes kein Museum: Das Gebäude ist Sitz der Real Academia de Ciencias Morales y Políticas (Königliche Akademie der Moral- und Politikwissenschaften), sodass man die gotisch-mudéjare Fassade üblicherweise vom Platz aus bewundert.


Praktische Infos: Plaza de la Villa

  • Nächste Metro: Ópera oder La Latina, beide nur einen kurzen Fußweg entfernt.

  • Zugang: Der Platz selbst ist rund um die Uhr zugänglich; die historischen Gebäude ringsum — einschließlich des Torre de los Lujanes — werden von außen besichtigt, da sie aktive Institutionen und keine Museen beherbergen.


Was die Plaza de la Villa besonders macht, ist nicht nur die Qualität der einzelnen Gebäude, sondern die Tatsache, dass man auf einem Radius von kaum fünfzig Metern wie in einem aufgeschlagenen Buch den Übergang vom mittelalterlichen zum barocken Madrid der Habsburger nachvollziehen kann.

Der Platz liegt zudem keine fünf Gehminuten von der Puerta del Sol entfernt, dem Kilometer Null der spanischen Fernstraßen, sodass sich beide Stationen problemlos an einem Nachmittag verbinden lassen.


San Nicolás de los Servitas: Der älteste Mudéjar-Turm der Hauptstadt

Weniger als zehn Gehminuten von der Plaza de la Villa entfernt, versteckt zwischen jüngeren Gebäuden auf einem kleinen Platz, den man leicht übersieht, steht die Kirche San Nicolás de los Servitas — nach akademischem Konsens das älteste noch stehende Gebäude ganz Madrids, die Stadtmauer ausgenommen.

Ihr quadratischer Turm, mit gut dreieinhalb Metern Seitenlänge, wird meist auf das 12. Jahrhundert datiert und besteht aus Backstein mit einem Sockel aus behauenem Naturstein, ganz in der mudéjar-Technik.

Wissenswertes: Historiker Elías Tormo vertrat, gestützt durch archäologische Funde von 1927, die Theorie, dass der Turm ursprünglich als Minarett einer Moschee gedient haben könnte, die älter ist als die christliche Eroberung der Stadt. Bei Restaurierungsarbeiten wurde, verborgen unter späteren Anbauten, eine Brüstung und eine obere Plattform entdeckt, wie man sie bei Moscheetürmen fand, damit der Muezzin zum Gebet rufen konnte. Sollte diese Hypothese zutreffen, wäre San Nicolás de los Servitas ein bemerkenswertes Beispiel für Kontinuität: dasselbe Gebäude, zunächst als Minarett und später als christlicher Glockenturm.

Oberhalb dieses Sockels ziehen sich drei Bänder aus Blendarkaden um alle vier Seiten, mit gelappten Bögen in den unteren und Hufeisenbögen in den oberen Ebenen. 1931 zum Nationaldenkmal erklärt, entging der Turm Anfang des 19. Jahrhunderts nur knapp dem Abriss und überlebte dank aufeinanderfolgender Schutzmaßnahmen. Heute steht er fast unsichtbar im Verkehr der Calle Cuchilleros und erinnert daran, dass Madrid seine ältesten Schätze in den unauffälligsten Ecken aufbewahrt.


Praktische Infos: San Nicolás de los Servitas

  • Nächste Metro: Ópera, etwa fünf Gehminuten entfernt.

  • Besichtigung: Turm und Außenfassade sind vom kleinen Platz aus jederzeit sichtbar; der Zugang zum Kircheninneren folgt eigenen Öffnungs- und Messzeiten, die man vor Ort am besten prüft.

  • Fototipp: Die umliegenden Gebäude stehen dicht am Turm — ein Weitwinkel oder ein paar Schritte in die angrenzende Gasse funktionieren meist besser, als den ganzen Turm direkt von unten einzufangen.


1561: Das Jahr, in dem Philipp II. aus einer Kleinstadt eine Reichshauptstadt machte

Sieben Jahrhunderte lang war Madrid ein militärisch nur mäßig bedeutender Stützpunkt — nie eine Hauptstadt. Das änderte sich 1561 schlagartig, als Philipp II. beschloss, seinen wandernden Königshof dauerhaft in dieser kastilischen Kleinstadt mit kaum zwanzigtausend Einwohnern anzusiedeln.


Historiker sind sich über die genauen Gründe nicht völlig einig — die zentrale Lage auf der Halbinsel, ein bereits nutzbarer königlicher Alcázar, das reiche Jagdgebiet in der Umgebung — doch das Ergebnis war unmittelbar: Innerhalb von kaum einem Jahrhundert versiebenfachte sich die Bevölkerung auf rund hundertfünfzigtausend Einwohner.

Der alte Königliche Alcázar, errichtet genau auf dem Grundstück der ursprünglichen Festung von Mayrit, wurde zur offiziellen Residenz der spanischen Monarchie und zum Keim des heutigen Königspalasts, der später nach dem Brand von 1734 errichtet wurde.


Rund um den Alcázar wuchs die neue Hofhauptstadt rasant: Die Plaza Mayor, zwischen 1617 und 1619 errichtet, wurde zur Bühne für alle großen öffentlichen Ereignisse des imperialen Madrid. Religiöse Institutionen wie das Kloster der Descalzas Reales, zwischen 1559 und 1564 von Juana de Austria gegründet, festigten den neuen Status der Stadt als geistiges und politisches Zentrum eines Reichs, in dem, wie man damals sagte, die Sonne nie unterging.

Wissenswertes: Der Titel der Hauptstadt blieb nicht ganz ununterbrochen. Zwischen 1601 und 1606 verlegte Philipp III. den Königshof vorübergehend nach Valladolid, bevor er ihn endgültig nach Madrid zurückbrachte. Seither hat die Stadt ihren Hauptstadtstatus nie wieder verloren — ein Detail, das die meisten konventionellen Reiseführer auslassen.

Vom Arco de Cuchilleros zum Madrid von heute

Der letzte Halt auf diesem Spaziergang ist zugleich einer der meistfotografierten Orte der Stadt, auch wenn die wenigsten wissen, warum: der Arco de Cuchilleros, mit seiner eindrucksvollen Steintreppe, die den Höhenunterschied zwischen der Plaza Mayor und der Cava de San Miguel überbrückt.


Dieser monumentale Eingang war nicht Teil des ursprünglichen Entwurfs des Platzes aus dem 17. Jahrhundert, sondern wurde nach dem verheerenden Brand von 1790 errichtet — einem von mehreren, die die Plaza Mayor im Laufe ihrer Geschichte erlitt.

Diese Treppe bei Sonnenuntergang hinabzusteigen, während sich die Tabernas der Cava de San Miguel langsam füllen, fasst besser als jede Erklärung die Reise zusammen, die wir hier zurückgelegt haben: von der bescheidenen Grenzfestung Mayrit bis zum monumentalen Herzen einer Reichshauptstadt.

Erlebe die Route mit einem ortskundigen Guide: Der beste Weg, all diese Punkte zu verbinden, ohne sich in den Gassen zu verlieren, ist die Teilnahme an der City Walking Tour zu den bekanntesten Wahrzeichen Madrids, die einen Großteil dieser historischen Route abdeckt. Und wenn nach so viel Geschichte der Hunger kommt: Nichts passt besser zum Ausklang des Nachmittags als die Tapas Tour à la Quixote, eine Tapas-Route durch dieselben jahrhundertealten Tabernas dieses mittelalterlichen Madrid.

Genau das macht diese Route im Vergleich zu anderen historischen Touren Madrids einzigartig: keine Eintrittskarten, keine Reservierungen, keine Öffnungszeiten, denn fast alles Sehenswerte liegt unter freiem Himmel, eingewoben in den lebendigen Alltag eines Viertels, das noch immer für genau dasselbe genutzt wird wie vor tausend Jahren: leben, handeln und gut essen.


Zusammengefasst: 6 unverzichtbare Stationen

  • Cava Baja und Cava Alta — der Verlauf des alten Verteidigungsgrabens aus dem 12. Jahrhundert, heute La Latinas lebendigste Tapas-Straße.

  • Park Emir Mohamed I — das längste und am besten erhaltene Stück original arabischer Mauer in Madrid, aus dem 9. Jahrhundert.

  • Plaza de la Villa — der Torre de los Lujanes (15. Jahrhundert), die Casa de Cisneros und die Casa de la Villa, drei Jahrhunderte Architektur auf fünfzig Metern.

  • San Nicolás de los Servitas — der mudéjar-Turm aus dem 12. Jahrhundert, der einst das Minarett einer Moschee gewesen sein könnte.

  • Plaza Mayor und alter Alcázar — das Herz des Madrid, das Philipp II. 1561 zur Reichshauptstadt machte.

  • Arco de Cuchilleros — die monumentale Treppe, die die Route abschließt, nach dem Brand von 1790 wiederaufgebaut.


Häufig gestellte Fragen

Braucht man Eintrittskarten für diese Route? Nein. Alle beschriebenen Stationen — die Mauer im Park Emir Mohamed I, die Cava Baja und Cava Alta, die Plaza de la Villa, San Nicolás de los Servitas und der Arco de Cuchilleros — sind frei zugängliche öffentliche Räume unter freiem Himmel.

Braucht man öffentliche Verkehrsmittel? Nein. Die gesamte Route liegt innerhalb des Bezirks Centro, zwischen der Almudena-Kathedrale und der Plaza Mayor, und wird komplett zu Fuß zurückgelegt.

Was ist die beste Jahreszeit dafür? Die Route funktioniert das ganze Jahr über, wobei der frühe Morgen oder ein Sommerabend die Momente sind, in denen das Licht dem goldenen Mauerstein der arabischen Mauer und den rötlichen Backsteinfassaden der Habsburger-Ära am meisten schmeichelt.

Lässt sich die Route mit anderen Plänen im Viertel kombinieren? Ja: Wer die Route an einem Sonntagvormittag geht, kann den letzten Abschnitt bei der Cava Baja natürlich mit dem Flohmarkt El Rastro verbinden, und wer am Arco de Cuchilleros endet, hat die Tabernas der Cava de San Miguel direkt für einen Tapas-Abschluss zur Hand.

Braucht man für diese Route eine Vorabbuchung? Nein, an keiner der sechs Stationen ist eine Reservierung nötig — anders als bei vielen anderen Sehenswürdigkeiten Madrids lässt sich diese Route komplett spontan und ohne Zeitfenster gehen.

Eignet sich diese Route für einen ersten Besuch in Madrid? Ja. Da sie sich vollständig innerhalb des Bezirks Centro bewegt und weder Verkehrsmittel noch Eintrittskarten oder Vorausplanung erfordert, eignet sie sich gut als erster Orientierungsspaziergang, bevor man größere Sehenswürdigkeiten wie den Königspalast oder das Prado-Museum in Angriff nimmt — von denen mehrere nur einen kurzen Fußweg von Stationen dieser Route entfernt liegen.

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