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La Latina jenseits der Cava Baja: Ruhige Ecken und mittelalterliche Geheimnisse

Autorenbild: Carmen
Carmen
29. Aug.
12 Min. Lesezeit

Titelbild: Jose Ruales, auf Unsplash.


Wenn die Cava Baja zu klein wird

Wer schon einmal jemanden gefragt hat, wo man in Madrid gut tapear kann, wurde mit ziemlicher Sicherheit direkt zur Cava Baja geschickt. Und das zu Recht: Es ist eine der Straßen mit der höchsten Bar-Dichte der ganzen Stadt. Aber an einem Freitagabend, wenn die Terrassentische längst bis auf die Fahrbahn quellen, vergisst man leicht, dass die Cava Baja nur eine einzelne Ader eines viel größeren Stadtviertels ist.

La Latina Madrid ist nämlich der älteste Stadtkern der ganzen Hauptstadt. Unter dem Asphalt ihrer Plätze schlummern die Fundamente der alten islamischen Alcazaba, und ihre Straßen zeichnen bis heute den unregelmäßigen, steilen Verlauf des mittelalterlichen Madrid nach – lange vor den geraden Alleen der Habsburger-Zeit oder den Erweiterungen des 19. Jahrhunderts.


Wer tiefer in diese Geschichte eintauchen will, findet in unserem Artikel Von Mayrit zum Habsburger Madrid einen ausführlichen Spaziergang durch genau diese verborgene mittelalterliche Vergangenheit.

Nur zwei Straßenblöcke von der Cava Baja entfernt sinkt der Lärmpegel schlagartig. Kleine Plätze mit Heiligennamen tauchen auf, dazu eine Renaissance-Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, ein Stück christliche Stadtmauer, versteckt zwischen Wohnhof-Fassaden, und eine jahrhundertealte Taberna, in der der panierte Kabeljau seit über hundert Jahren nach demselben Rezept zubereitet wird.


Dieser Guide führt durch dieses parallele La Latina: jenes, das nicht auf Instagram-Fotos mit Bierkrug im Vordergrund landet, das aber erklärt, warum das Viertel so heißt, wie es heißt – und warum dies, lange bevor es das Tapeo überhaupt in seiner heutigen Form gab, bereits das echte Madrid war.

💡 Wissenswertes: Das Stadtviertel La Latina Madrid heißt nicht zufällig so, sondern nach einer Frau. Beatriz Galindo (1465–1535), geboren in Salamanca, war Lateinlehrerin von Königin Isabel der Katholischen und deren Töchtern – eine für eine Frau ihrer Zeit außergewöhnliche Beherrschung des Lateinischen, die ihr den Beinamen „la Latina" einbrachte. Mit ihrem Vermögen gründete sie in der Gegend Hospitäler und Klöster, und eines dieser Hospitäler gab am Ende dem gesamten Viertel seinen Namen.

Puerta Cerrada: ein Kreuz, ein Wahlspruch und Wände, die erzählen

Der Spaziergang beginnt genau dort, wo die Cava Baja endet: an der Plaza de Puerta Cerrada. Der Name kommt nicht von ungefähr – hier stand eines der Tore der mittelalterlichen Stadtmauer, das bereits 1569 abgerissen wurde, weil es den Verkehr der wachsenden Stadt behinderte.

In der Mitte dieses unregelmäßigen, autofreien Platzes steht ein Steinkreuz, dessen heutige Fassung aus dem Jahr 1783 stammt. Ringsum bewahren mehrere Fassaden Wandmalereien, die 1983 vom Künstler Alberto Corazón geschaffen wurden – ein Auftrag, um kahle Brandmauern zu verkleiden, die nach mehreren Abrissen in der Nachbarschaft freigelegt worden waren.


Eines dieser Murale zeigt den alten heraldischen Wahlspruch Madrids: „Fui sobre agua edificada, mis muros de fuego son... esta es mi insignia y mi blasón" – auf Deutsch etwa: „Ich wurde auf Wasser erbaut, meine Mauern sind aus Feuer... dies ist mein Wappen und mein Zeichen." Kaum ein Tourist bleibt stehen, um ihn zu lesen, dabei fasst er in einem einzigen Satz die gesamte Gründungsmythologie der Stadt zusammen.

Wer wirklich zeitgenössische, großformatige Street Art sucht, sollte wissen: La Latina selbst hat davon vergleichsweise wenig zu bieten. Der eigentliche Hotspot liegt etwas weiter östlich, in Lavapiés – in unserem Artikel Die Leinwand der Straße: Street Art in Lavapiés und La Latina entdecken stellen wir diese Szene ausführlich vor. Innerhalb von La Latina selbst liegt der Reiz eher in genau diesen historischen Details als in großen Wandbildern.


Von hier aus, mit dem nahen Palacio Arzobispal im Blick, lässt sich bereits die Silhouette der Colegiata de San Isidro erahnen. Ein guter Startpunkt, denn in kaum hundert Metern hat man eine überfüllte Bar-Straße gegen einen fast leeren Platz eingetauscht, auf dem das mittelalterliche Madrid noch sehr präsent ist.

  • Anfahrt: zwei Minuten zu Fuß von der Cava Baja oder vom U-Bahn-Ausgang La Latina (Linie 5).

  • Worauf achten: die Corazón-Murale an den Seitenfassaden und die in Stein gemeißelte Inschrift des Wahlspruchs.

  • Beste Zeit: vormittags, wenn der Platz praktisch leer ist und das Licht voll einfällt.


Plaza de la Paja: der alte Markt, der zum Garten wurde

Die Costanilla de San Andrés hinauf – ein steiler Anstieg, den der Überlieferung nach Alfonso VI. im 11. Jahrhundert nach der Eroberung Madrids zu Pferd erklommen haben soll – gelangt man zur Plaza de la Paja.

Kaum zu glauben angesichts der Steinbänke und der Bronzeskulptur eines Mannes beim Zeitunglesen: Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert war dies der große Marktplatz Madrids, das eigentliche zivile Zentrum der Stadt. Seine Bedeutung schwand im 15. Jahrhundert, als König Juan II. die Plaza del Arrabal förderte – jene Fläche, die sich mit der Zeit zur Plaza Mayor entwickeln sollte –, doch als vornehmes Wohnviertel blieb die Gegend über Jahrhunderte relevant.


Die unregelmäßige, abschüssige Form des Platzes ist übrigens kein städtebaulicher Zufall: Sie geht auf den alten Arroyo de San Pedro zurück, einen Bach, der hier einst floss, bevor er umgeleitet und überbaut wurde.

An einer Seite des Platzes verbirgt sich eines der bestgehüteten Geheimnisse von La Latina: die Capilla del Obispo, errichtet zwischen 1520 und 1535 im Auftrag der Familie Vargas, um die sterblichen Überreste des San Isidro Labrador zu bewahren. Ihre Renaissance-Fassade im Plateresk-Stil führt zu einem Inneren, das vom Gotischen zur Renaissance übergeht, mit den Fundamenten des früheren Klosters, die durch einen Glasboden sichtbar sind. Jahrzehntelang war sie für die Öffentlichkeit geschlossen und öffnete erst nach einer langen Restaurierung im Jahr 2010 wieder ihre Türen.


Direkt daneben, am nördlichen Rand des Platzes, liegt der Jardín del Príncipe de Anglona: ein aristokratischer Garten aus dem 18. Jahrhundert, einer der wenigen in Madrid, der bis heute seine ursprüngliche Gestalt bewahrt hat – und mit freiem Eintritt, täglich geöffnet.

📌 Tipp vor Ort: Der Jardín del Príncipe de Anglona hat schattige Bänke, und man wartet so gut wie nie in einer Schlange. Es ist einer der wenigen Winkel im gesamten Zentrum von Madrid, wo man sich fünfzehn Minuten hinsetzen kann, ohne dass einem jemand etwas verkaufen oder ein Erinnerungsfoto andrehen will.

Plaza de San Andrés und Plaza de los Carros: das Museum, das niemand sucht

Direkt an die Plaza de la Paja grenzt die Plaza de San Andrés, begrenzt von der Plaza del Humilladero, der Plaza de los Carros, der Calle del Almendro und der Costanilla de San Pedro. Jahrhundertelang diente sie als Friedhof der Pfarrei San Andrés – sie wird bereits im Stadtrecht von Madrid aus dem Jahr 1202 erwähnt – und wurde in den 1990er-Jahren zur Fußgängerzone.

An einer ihrer Seiten erhebt sich der frühere Palacio de los Condes de Paredes, der heute das Museo de San Isidro. Los Orígenes de Madrid beherbergt, gewidmet der Archäologie und Frühgeschichte der Stadt. Der Eintritt ist kostenlos, und unter der Woche hat man es meist fast für sich allein.


Direkt daneben liegt die Iglesia de San Andrés, die ursprünglich die endgültige Grabstätte von San Isidro werden sollte – daher wurde die Capilla del Obispo genau zu diesem Zweck neben ihr errichtet –, auch wenn die Gebeine des Heiligen letztlich in der Colegiata landeten. Wer Madrid Mitte Mai besucht, findet hier zudem einen der besten Orte, um die Verehrung hinter den San-Isidro-Feierlichkeiten zu verstehen, die jedes Jahr am 15. Mai die Stadt mit Chulapos und Chulapas füllen. Mehr über diese ganz besondere Stimmung erfährt man in unserem Artikel Die Lebendige San-Isidro-Feier in Madrid.

Einen Schritt weiter bewahrt die Plaza de los Carros ihren Namen aus der Zeit, als sie Halteplatz für Karren und Transporte war, die in die Stadt einfuhren. Heute ist sie ein ruhiger, sehr wohnlicher Platz mit dem ein oder anderen schattigen Bankplatz, an dem die Nachbarn des Viertels ihre Hunde ausführen, ohne auf eine einzige Touristengruppe zu treffen.


  • Museo de San Isidro: freier Eintritt, ideal für einen Zwischenstopp von 30–40 Minuten.

  • Plaza de San Andrés und Kirche: der beste Ort der Route, um auf einen Blick die ganze Legende von San Isidro zu verstehen.

  • Plaza de los Carros: kurzer Halt, perfekt für eine Pause, bevor es weiter zum Alamillo geht.


Die Plaza del Alamillo und die alte Morería: das Madrid, das arabisch war

Von der Plaza de los Carros aus, in einem Gassengewirr Richtung Westen, gelangt man zu einem der fotogensten und zugleich unbekanntesten Winkel des gesamten Zentrums: der winzigen Plaza del Alamillo, an der vier schmale Gassen zusammenlaufen – Alamillo, Morería, Toro und Alfonso VI. – zwischen Fassaden, die der Lauf der Jahrhunderte sichtbar schief hat werden lassen.

Hier hatte der alamín seinen Sitz, das Gericht, das im alten maurischen Viertel Madrids Recht sprach. Manche vertreten dagegen die Ansicht, der Name gehe schlicht auf eine Pappel (álamo) zurück, die einst ein Sturm fällte. In der Nähe liegt das historische Colegio de San Ildefonso, dessen Schüler die Kinder sind, die jedes Jahr am 22. Dezember im Fernsehen die Zahlen der Weihnachtslotterie singen.


Dieser Platz gehört zu dem, was einst das Morería-Viertel war: jene Zone, in der nach der christlichen Eroberung Madrids 1085 durch Alfonso VI. die muslimische Bevölkerung, die in der Stadt blieb, konzentriert wurde. Es waren gerade die alarifes – muslimische Baumeister –, die einige der wichtigsten Infrastrukturen des mittelalterlichen Madrid errichteten, darunter die Plaza de la Cebada selbst, das Hospital de la Latina oder die Puente de Segovia.

Nach den Zwangskonvertierungs-Dekreten von 1502 verwandelte sich das Viertel in eine Zone der „cristianos nuevos", und zwei ehemalige Moscheen wurden zu den heutigen Kirchen San Andrés und San Pedro el Viejo – letztere bewahrt bis heute ihren Turm mudéjaren Ursprungs. Enge Gassen wie Caños Viejos, Cuesta de los Ciegos oder Calle del Granado bewahren, fast unverändert, den Grundriss jener ursprünglichen Morería, die damals unterteilt war in Morería Vieja (nahe dem Campillo de las Vistillas) und Morería Nueva.


💡 Wissenswertes: Ein Großteil der städtebaulichen Identität der alten Morería ging Mitte des 19. Jahrhunderts verloren, als der Bau des Viaducto de Segovia und die Verbreiterung der Calle de Bailén das Viertel buchstäblich in zwei Hälften teilten.

Die versteckte Stadtmauer der Calle del Almendro

Nur wenige Touristen – und, um ehrlich zu sein, nur wenige Madrilenen selbst – wissen, dass mitten im Herzen von La Latina ein originales Stück der christlichen Stadtmauer Madrids aus dem 12. Jahrhundert erhalten ist. Sie liegt in der Calle del Almendro 15–17, in einem kleinen Garten namens Jardín El Almendro, bei freiem Zugang.

Das Fragment ist rund 16 Meter lang und 6 Meter hoch und war Teil der Verteidigungsanlage, die das alte Tor Puerta de Moros mit der Puerta Cerrada verband. Erbaut wurde es nach der Regierungszeit Alfonsos VI. und war praktisch fertiggestellt um das Jahr 1212, das Jahr der Schlacht von Las Navas de Tolosa.


Die Mauer blieb jahrhundertelang verborgen, eingebettet in spätere Bauten, bis sie 1967 bei Abrissarbeiten überraschend zum Vorschein kam. Nach ihrer Restaurierung wurde dieser kleine Garten eingerichtet, damit man sie kostenlos besichtigen kann. Ein zweites, etwas unauffälligeres Stück derselben Mauer ist von der Calle de los Mancebos aus zu sehen.

Gleich nebenan, auf Hausnummer 13 derselben Straße, behauptet sich seit 1993 die Taberna Almendro 13, eine Taberna im andalusischen Stil, spezialisiert auf huevos rotos mit Schinken, gebratene Auberginen mit Salmorejo und mit Schinken gefüllte Rosquillas – die Art von Lokal, in dem man im Stehen isst, den Ellbogen auf der Theke, und das bis heute völlig selbstverständlich ist.


  • Christliche Stadtmauer / Jardín El Almendro: Calle del Almendro 15–17. Kostenlos, keine festen veröffentlichten Öffnungszeiten – am besten tagsüber besuchen.

  • Nächste U-Bahn: La Latina (Linie 5), weniger als fünf Minuten zu Fuß.

  • Extra-Tipp: Ein zweites, dezenteres Mauerstück ist von der Calle de los Mancebos aus sichtbar.


Ruhiges Tapeo: Bars abseits der Cava Baja

Man muss nicht auf das Tapeo verzichten, um den Menschenmassen zu entkommen – man muss nur zwei Straßen weiter gehen als die Cava Baja. Hier eine Auswahl an Lokalen, die wir überprüfen konnten und die aktuell noch geöffnet sind:


Bar

Adresse

Spezialität

Taberna Almendro 13

Calle del Almendro, 13

Huevos rotos mit Schinken, Auberginen mit Salmorejo

Alto Bardero

Plaza de Puerta de Moros, 4

Pincho de Tortilla de Patatas (Erben der legendären Juana la Loca)

El Buo

Calle del Humilladero, 4

Gefüllte Kartoffel-Tortillas (Schinken, Käse, Champignon)

El Viajero

Plaza de la Cebada, 11

Dachterrasse mit Blick auf San Francisco el Grande

Casa Revuelta

Calle de Latoneros, 3

Panierte Kabeljau-Tranche, hundertjährige Taberna


Alto Bardero verdient eine gesonderte Erwähnung: Das Lokal übernimmt die Räumlichkeiten der legendären Juana la Loca, die im April 2024 schloss, nachdem sie jahrelang Synonym für die beste Tortilla-Pincho Madrids gewesen war. Die früheren Köche, León Bonasso und Pablo Paternostro, eröffneten denselben Ort wenige Monate später unter diesem neuen Namen neu und retteten dabei das Tortilla-Rezept, ergänzt um eine breitere Speisekarte.

📌 Tipp vor Ort: Bei Alto Bardero sind es nur rund 45 Portionen Tortilla am Tag, und sie sind an Wochenenden meist schon vor acht Uhr abends ausverkauft. Wer sie probieren möchte, sollte früh kommen oder beim Betreten gleich fragen, wie viele noch übrig sind.

Reservierungen sind in solchen kleinen Lokalen ohnehin unüblich – wichtiger ist, an Wochenenden zeitig da zu sein, um noch einen Platz an der Theke zu ergattern.

Casa Revuelta wiederum liegt bereits am nördlichen Rand des Viertels, fast schon angrenzend an das Madrid der Habsburger – der kleine Umweg lohnt sich aber allein wegen der Kabeljau-Tranchen, die seit über hundert Jahren unverändert serviert werden, fast immer mit einer Schlange vor der Tür.


Wer nach dem Tapeo noch nicht satt ist, findet in La Latina auch einen guten Ort, um einen kompletten Cocido Madrileño zu essen – die ganze Geschichte dieses traditionellen Gerichts und wo man es probieren kann, gibt es in unserem Artikel Der König des Löffels: Cocido Madrileño.

Und wer sonntags unterwegs ist: Dieses Viertel grenzt direkt an den berühmtesten Flohmarkt Madrids, den Rastro, der jeden Sonntag entlang der Ribera de Curtidores stattfindet – mehr dazu gleich im praktischen Routenteil weiter unten, samt Link zu unserem eigenen Rastro-Artikel El Rastro von Madrid: Eine Fundgrube an Kuriositäten und Tradition.


Las Vistillas und San Francisco el Grande: der schönste Sonnenuntergang im Viertel

Der Spaziergang endet, wie könnte es anders sein, mit Aussicht. Die Jardines de San Francisco – auch bekannt als Dalieda de San Francisco – umgeben die Basilika San Francisco el Grande, einen Tempel aus dem 18. Jahrhundert, der mit einer der größten Kuppeln der Christenheit aufwartet und in seinem Inneren ein Gemälde von Goya bewahrt.

Der Garten wurde ursprünglich 2007 mit Dahlien bepflanzt, später jedoch durch Rosenbüsche ersetzt, die besser an das trockene Madrider Klima angepasst sind. Zwischen den Beeten verbirgt sich die Skulpturengruppe „El sueño de San Isidro" (Der Traum des San Isidro), und von den Aussichtspunkten des Gartens öffnen sich Blicke Richtung Westen der Stadt.


Ganz in der Nähe, ein paar Meter bergauf, liegen die Jardines de las Vistillas: ein erhöhter Aussichtspunkt mit Panorama auf die Kathedrale de la Almudena, die Casa de Campo und den Campo del Moro. Im August ist er traditionell Schauplatz der Madrider Verbenas, samt Chotis-Tanz, doch den Rest des Jahres über ist er schlicht einer der besten Orte Madrids, um mit einem Bier in der Hand die Sonne untergehen zu sehen.

Direkt darunter verläuft der Viaducto de Segovia aus den 1930er-Jahren, rund 23 Meter hoch, mit Plexiglas-Absperrungen, die 1998 installiert wurden. Pedro Almodóvar hat ihn in mehreren Filmen als Kulisse genutzt, darunter „Matador" und „High Heels" (Tacones lejanos).


  • Beste Zeit: Sonnenuntergang, im August besser meiden, wenn man Ruhe sucht (wegen der Verbenas).

  • Was mitbringen: etwas zum Snacken und eine Decke oder ein Kissen, falls man sich direkt ins Gras setzen möchte.

  • Garantierte Aussicht: Almudena, Casa de Campo, Campo del Moro.


So erkundet man diese Ecken: Route und praktische Tipps

Alle diese Orte liegen nah genug beieinander, um sie an einem einzigen Vormittag oder Nachmittag zu Fuß zu erkunden, ohne Eile und mit Tapas-Pausen zwischendurch. Hier eine logische Route von Norden nach Süden:


Station

Was man sieht

Ungefähre Zeit

1. Plaza de Puerta Cerrada

Steinkreuz, Murale von Alberto Corazón

10 Min.

2. Plaza de la Paja

Capilla del Obispo, Jardín del Príncipe de Anglona

30 Min.

3. Plaza de San Andrés

Museo de San Isidro

30–40 Min.

4. Plaza de los Carros

Ruhiger Zwischenstopp

10 Min.

5. Plaza del Alamillo

Bummel durch die alte Morería

15 Min.

6. Calle del Almendro

Christliche Stadtmauer, Taberna Almendro 13

20 Min.

7. Plaza de Puerta de Moros

Tapeo bei Alto Bardero

30 Min.

8. San Francisco el Grande / Las Vistillas

Gärten und Sonnenuntergang

30–45 Min.


  • U-Bahn La Latina (Linie 5): die praktischste Station, mitten im Zentrum der Route gelegen.

  • U-Bahn Puerta de Toledo (Linie 5): gute Option, um die Route Richtung Süden ausklingen zu lassen.

  • U-Bahn Tirso de Molina (Linie 1): alternativer Einstiegspunkt von Nordosten.

  • Beste Reisezeit: unter der Woche vormittags oder am frühen Nachmittag, wenn die Cava Baja noch ruhig ist. Sonntags füllt sich das Viertel mit Menschen, die zum Rastro hinunterziehen; wer es lieber ruhig mag, sollte nach 15:00 Uhr kommen, wenn der Markt bereits geschlossen hat.

  • Der Rastro, ganz nebenbei: Genau dieses Viertel grenzt an den berühmtesten Sonntagsflohmarkt Madrids, der jeden Sonntag zwischen 9:00 und 15:00 Uhr entlang der Ribera de Curtidores aufgebaut wird – eine Straße, die ihren Namen den alten Lederkuftern (curtidores) des Viertels verdankt. Man muss dafür nichts extra planen: Wer diese Route an einem Sonntagvormittag macht, hat den Rastro sozusagen direkt nebenan.


Häufige Fragen zu La Latina abseits der Cava Baja

Ist es sicher, durch diese Straßen zu spazieren? Ja, es handelt sich um eine der belebtesten und am besten überwachten Zonen im Zentrum von Madrid, sowohl tagsüber als auch nachts – wie in jeder touristischen Gegend lohnt es sich aber, in den belebten Stunden ein Auge auf Wertsachen zu haben.

Ist die Route für Kinder geeignet? Ja, sie verläuft praktisch flach oder mit sanften Steigungen, mit Ausnahme der Costanilla de San Andrés, und die Gärten (Anglona, San Francisco, Vistillas) sind gute Orte, damit Kinder sich eine Weile austoben können.


Wie lange dauert die gesamte Route? Mit Tapas-Pausen eingerechnet zwischen drei und vier Stunden in Ruhe. Wer nur einen Vormittag zur Verfügung hat, kann sich auf Puerta Cerrada, Plaza de la Paja und die Stadtmauer der Calle del Almendro beschränken und Las Vistillas für einen anderen Tag mit mehr Zeit zum Sonnenuntergang aufheben.


Ein Stadtviertel, das mehr als einen Besuch verdient

Die Cava Baja wird zu Recht weiterhin die bekannteste Postkarte von La Latina bleiben. Doch das Viertel drumherum bewahrt eine in einer Ecke versteckte Renaissance-Kapelle, ein Stück Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert zwischen Wohnhof-Fassaden, einen Platz, der Markt war, bevor es die Plaza Mayor überhaupt gab, und einen Aussichtspunkt, an dem sich ganz Madrid bei Sonnenuntergang orange färbt.

Wer sich das nächste Mal an der Cava Baja verabredet, sollte eine halbe Stunde früher kommen. Dieser Spielraum reicht völlig aus, um das andere La Latina zu entdecken – das ruhige, das mittelalterliche, das nicht auf den Fotos landet, aber erklärt, woher alles andere eigentlich kommt.


🚶 Lieber selbst entdecken? Unsere Stadtführung durch das Madrid der Habsburger führt genau durch diese ruhigen Gassen und versteckten Winkel — mit einem lokalen Guide, der dir die Geschichte hinter jedem Platz erzählt.

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